19.03.2026
WER WISSEN TEILT, LÄSST ES WEITERLEBEN
Unsere heutigen Generationen wachsen in einer Welt auf, die von digitalen Technologien, schnellen Veränderungen und ständig neuen Möglichkeiten geprägt ist. Informationen sind jederzeit verfügbar, vieles funktioniert auf Knopfdruck.
Ganz anders sah die Jugend unserer (Ur-)Großeltern aus: Die meisten Dinge wurden mit den eigenen Händen geschaffen, Wissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben und Fertigkeiten wurden oft über viele Jahre erlernt und perfektioniert.
Gerade deshalb ist es so wertvoll, wenn junge Menschen die Möglichkeit bekommen, von älteren Generationen zu lernen – nicht nur, um alte Techniken kennenzulernen, sondern auch, um die Geschichten, Erfahrungen und Lebensweisen dahinter zu verstehen.
Unter diesem Gedanken startete die 3. und 4. Klassen der Mittelschule Steinakirchen am Forst am 9. März ein besonderes Generationenprojekt im Rahmen des Sozial-Kreativ-Unterrichts.
Insgesamt 13 SeniorInnen, darunter auch einige Großeltern unserer SchülerInnen und viele ehemalige KollegInnen, folgten der Einladung der Schule, um ihr Wissen über traditionelle Handwerke und Techniken weiterzugeben.
Zu den vorgestellten Bereichen zählten unter anderem die Hinterglasmalerei, Glaskunst, Schnapsen, das Beschneiden von Obstbäumen, das Lernen über die Schulchronik, das Herstellen von Butter und Topfen, das Formen von Bauernkrapfen, das Herstellen von Bienenwachstüchern, das Reparieren des eigenen Fahrrads, Nähen, Knüpfen, Drechseln, Tischlern sowie das Binden von (Blumen-)Kränzen.
Im Vorfeld konnten die 87 SchülerInnen ein bis zwei Workshops auswählen, die sie besonders interessierten.
Am Nachmittag des Projekttages wurden alle TeilnehmerInnen und BesucherInnen zunächst von der Schulleitung sowie den Projektleiterinnen herzlich begrüßt.
Anschließend startete der erste Workshop-Teil, der etwa eineinhalb Stunden dauerte. In kleinen Gruppen erklärten die SeniorInnen die jeweilige Technik, zeigten Arbeitsschritte vor und gaben persönliche Einblicke in ihre Erfahrungen. Die SchülerInnen hatten dabei nicht nur die Möglichkeit, vieles selbst auszuprobieren, sondern machten auch Notizen, um später darüber berichten zu können. Besonders wichtig war dabei die Frage, wie und wo die SeniorInnen ihr Handwerk ursprünglich erlernt hatten.
Danach folgte der zweite Teil des Generationenprojekts, bei dem die SchülerInnen ein zweites Handwerk kennenlernen und ausprobieren konnten. Auch hier standen das praktische Arbeiten, das Beobachten und der persönliche Austausch im Mittelpunkt.
Nachdem sich die SchülerInnen am späten Nachmittag mit selbstgebackenem Knäckebrot und eigens gestalteten Karten bedankt hatten, wurden sie in ihren Feierabend entlassen.
Die SeniorInnen wurden noch zu einem gemütlichen Umtrunk in der Schule eingeladen. In entspannter Atmosphäre wurde weiter geplaudert und gemeinsam über den gelungenen Nachmittag gesprochen. Auch einige Kostproben der von den SchülerInnen hergestellten Bauernkrapfen sowie Butter- und Topfenbroten blieben übrig, um davon zu naschen.
Das Generationenprojekt zeigte eindrucksvoll, wie bereichernd der Austausch zwischen Jung und Alt sein kann. Die SchülerInnen erhielten nicht nur Einblicke in fast vergessene Handwerkstechniken, sondern auch in Lebensgeschichten und Erfahrungen, die sonst oft im Verborgenen bleiben.
Genau darin liegt der besondere Wert solcher Begegnungen:
Wenn Wissen geteilt wird, bleibt es lebendig – und verbindet Generationen.
Bericht: Alexandra Stein